Das Well-Being von Sprachlernenden wird zunehmend als entscheidend im Spracherwerb anerkannt. Die Linguistic Risk-Taking (LRT) Initiative birgt vielversprechendes Potenzial, hat bislang jedoch weniger Aufmerksamkeit erhalten als Konstrukte wie Kommunikationsbereitschaft (WTC). LRT ermutigt Lernende, sich Herausforderungen zu stellen, indem sprachliche Risiken als bewältigbarer und sinnvoller Teil des Sprachgebrauchs neu definiert werden. Basierend auf positiver Psychologie und Modellen wie PERMA und EMPATHICS, untersucht dieser Artikel, wie ‚gesundes‘ LRT Well-Being-Aspekte fördert. In den Blick genommen werden u.a. Selbstwirksamkeit, Handlungsfähigkeit, Motivation, Resilienz, Emotionsregulation und eine wachstumsorientierte Einstellung zum Sprachenlernen. Wir argumentieren, dass konzeptionelle Überschneidungen innerhalb von Well-Being-Modellen eine Stärke darstellen und die Anschlussfähigkeit von LRT verdeutlichen. Basierend auf einer Literaturrecherche präzisieren wir das LRT-Konstrukt und schlagen erstmalig ein Modell für die pädagogisch-didaktische Rahmung einer LRT-Initiative vor.