Nora Krugs Graphic Memoir Heimat. Eine Unterrichtsanregung zu literarischem Lernen mit einem Grenzgängertext zwischen Faktualität und Fiktionalität

Praxisbeitrag

Autor/innen

  • Stefan Emmersberger

DOI:

https://doi.org/10.18716/ojs/midu/2021.2.12

Schlagworte:

Handlungs- und Produktionsorientierung, Graphic Memoir, Literarisches Lernen, Graphic Novel, Fiktionalität, Faktualität

Abstract

Im Folgenden wird eine Unterrichtsanregung zu literarischem Lernen mit Nora Krugs Graphic Memoir Heimat (2018) entwickelt. Im Zentrum der didaktischen Überlegungen steht die Kompetenz „Mit Fiktionalität bewusst umgehen“ (Spinner 2006) bzw. „Realitätsbezüge von Texten bestimmen“ (Maiwald 2015). Dazu eignet sich Heimat in besonderer Weise, da sie als Graphic Memoir reale und fiktive Inhalte sowie realistische und literarische Darstellungsweisen kunstvoll kombiniert. Aber nicht nur die ästhetische Gestaltung, auch das Thema ist anspruchsvoll. Nora Krug recherchiert ihre Familiengeschichte und verbindet damit die Frage nach der kollektiven Schuld und nationalen Identität Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg.

Abhängig von Schulart, Klasse und angestrebter inhaltlicher Tiefe eignet sich Heimat für den Literaturunterricht von der späten Mittelstufe (9. oder 10. Jahrgangsstufe) bis zur Oberstufe. Das zentrale Ziel ist es, das Zusammenspiel von Faktualität und Fiktionalität für Schüler:innen durchschaubar und dessen besonderes epistemische Potential begreifbar zu machen. Dafür wird vorgeschlagen das kontrastive Verfahren intratextuelles Vergleichen (vgl. Kepser / Abraham 2016) über eine Progression der drei produktiven Verfahren Rekonstruktion, Restauration und Transformation zu realisieren (vgl. von Brand 2019).

 

Abstract (english): Nora Krug’s graphic memoir Belonging. Literary learning with a text between factuality and fictionality

This article describes the development of a model for learning with literature. The focus is on the thin line between fact and fiction, factuality and fictionality, respectively. It aims at improving students’ ability to distinguish between those two main categories, but also to discover the epistemic potential of the area in between (cf. Spinner 2006 and Maiwald 2015). Nora Krug’s graphic memoir Belonging (2018) is a challenging book, for that matter. She combines original documents and historic photographs with colored drawings and text. In doing so, she reconstructs the history of her family and at the same time she raises the question of Germany’s ambivalent past and collective guilt.

The developed model is suitable for students from the higher grades of secondary school . The method applied is an intratextual comparison (cf. Kepser/Abraham 2016 and von Brand 2019) to contrast the different forms of presentation in Belonging and to illustrate the special aesthetics of their combination. 

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Veröffentlicht

2021-12-08

Zitationsvorschlag

Emmersberger, S. (2021). Nora Krugs Graphic Memoir Heimat. Eine Unterrichtsanregung zu literarischem Lernen mit einem Grenzgängertext zwischen Faktualität und Fiktionalität : Praxisbeitrag. MiDU - Medien Im Deutschunterricht, 3(2), 1–15. https://doi.org/10.18716/ojs/midu/2021.2.12