"Mein Sohn, mein Sohn, ich seh' es genau" – Zweifeln lernen: Ambiguität als Schlüssel zu Informationskompetenz

Autor/innen

  • Fabian Wolbring

DOI:

https://doi.org/10.18716/ojs/midu/2025.2.3

Schlagwörter:

Sprachliche Medialität, Informationsüberprüfungskompetenz, Literarisches Lernen, Ambiguitätstoleranz, Medienreflexionskompetenz, Goethe – Erlkönig

Abstract

Der Beitrag zeigt am Beispiel von Goethes Erlkönig, wie sich die Medialität der Sprache im Literaturunterricht didaktisch fruchtbar machen lässt. Ausgehend von der ambivalenten Informationsvergabe im Text analysieren Schülerinnen und Schüler sprachliche Mittel auf ihre epistemische Funktion und lernen, vermeintlich objektive Aussagen kritisch zu hinterfragen. Dadurch werden nicht nur literarisches Lernen und Sprachreflexion verbunden, sondern auch grundlegende Fähigkeiten zur Informationsprüfung und Medienreflexion gestärkt. Zugleich wird sichtbar, dass sich mit einem zentralen Kanontext der deutschsprachigen Literatur zeitgemäße „Future Skills“ wie Ambiguitätstoleranz, Medienreflexionskompetenz und kritisch-reflektierte Urteilskraft ausbilden lassen. Der Literaturunterricht eröffnet so einen Zugang zur sprachlichen Konstruktion von Wirklichkeit und leistet einen Beitrag zur Ausbildung
von Medienkompetenz im digitalen Zeitalter.

 

Abstract (English): "Mein Sohn, mein Sohn, ich seh' es genau" – Ambiguity as the key to information literacy 

This article uses Goethe’s Erlkönig to demonstrate how the mediality of language can be made didactically productive in literature classrooms. Starting from the text’s ambivalent distribution of information, students analyze linguistic devices in terms of their epistemic function and learn to critically question seemingly objective statements. In doing so, literary learning and language reflection are combined with the development of essential skills of information assessment and media literacy. At the same time, the example shows how a central canon text of German literature can serve as a training ground for contemporary “future skills” such as ambiguity tolerance, media reflexivity, and critical judgment. Literature teaching thus opens up access to the linguistic construction of reality and contributes to the cultivation of media competence in the digital age

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Veröffentlicht

15.01.2026

Zitationsvorschlag

Wolbring, F. (2026). "Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’ es genau" – Zweifeln lernen: Ambiguität als Schlüssel zu Informationskompetenz. MiDU – Medien Im Deutschunterricht, 7(2), 1-15. https://doi.org/10.18716/ojs/midu/2025.2.3