Demokratie braucht Raum
Place-Making als Impuls für soziale Teilhabe am Beispiel der Kölner Bürgerzentren
DOI:
https://doi.org/10.18716/ojs/twps/2026.12143Schlagwörter:
Place, Place-Making, Heterotopie, Bürgerzentren, Quartier, soziale Teilhabe, gelebte DemokratieAbstract
Städte sind zentrale Schauplätze gesellschaftlicher Transformationsprozesse und zugleich Orte verdichteter sozialer Herausforderungen. Im Kontext wachsender sozialer Ungleichheiten, zunehmender Individualisierung, globaler Migrationsdynamiken sowie eines erstarkenden Rechtspopulismus greaten demokratische Strukturen und das soziale Miteinander im sozialen Raum zunehmend unter Druck. Diese Entwicklungen äußern sich unter anderem in Polarisierung, Fragmentierung und einem schwindenden Vertrauen in demokratische Institutionen. Vor diesem Hintergrund gewinnen lokale, zivilgesellschaftlich getragene Orte an Bedeutung, die Räume für Begegnung, Teilhabe und gesellschaftliche Gestaltung schaffen und damit zur Stabilisierung demokratischer Kultur beitragen. Die vorliegende Arbeit widmet sich solchen alternativen Quartiersorten am Beispiel der Kölner Bürgerzentren. Im Fokus steht die Frage, wie diese durch soziale Praktiken hervorgebracht, genutzt und erfahren werden und inwiefern sie als Heterotopien im Sinne Foucaults verstanden werden können – als Gegenräume, die bestehende gesellschaftliche Ordnungen spiegeln, irritieren oder transformieren. Theoretisch verortet sich die Studie an der Schnittstelle von Quartiersforschung, Humangeografie und Transformationsforschung. Als analytischer Zugang dient der Place-Making-Ansatz, ergänzt durch das Place-Modell nach Relph (1976) und Vogelpohl (2014), welches Orte als Zusammenspiel von materiellen Gegebenheiten, sozialen Interaktionen und Bedeutungszuschreibungen begreift. Methodisch basiert die Untersuchung auf einem qualitative-explorativen Forschungsdesign im Sinne der Grounded Theory. Empirische Grundlagen bilden leitfadengestützte Interviews mit Leitungen und Nutzer*innen ausgewählter Kölner Bürgerzentren. Ziel ist es, die spezifischen Place-Making-Prozesse, Atmosphären und sozialen Dynamiken dieser Orte zu rekonstruieren, um ihr Potenzial für soziale Teilhabe und demokratisches Zusammenleben im Quartier herauszuarbeiten. Die Ergebnisse tragen dazu bei, Bürgerzentren als bedeutende zivilgesellschaftliche Infrastrukturen sichtbar zu machen und liefern praxisnahe Impulse für eine inclusive und demokratische Stadtentwicklung.
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