Organisationsformen in der Klimagerechtigkeitsbewegung
Eine Analyse der Strukturen und Prozesse unterschiedlicher Gruppen der Klimagerechtigkeitsbewegung in Deutschland und deren Potentiale und Hemmnisse
DOI:
https://doi.org/10.18716/ojs/twps/2025.11939Schlagwörter:
Soziale Bewegungsforschung, Klimagerechtigkeitsbewegung, Hierarchische Strukturierung, Extincition Rebellion, Ende Gelände, Fridays for Future, Letzte Generation, Leitfadengestützte InterviewsAbstract
Alle Gruppen sozialer Bewegungen stehen vor der Frage, wie sie sich intern organisieren sollen, um ihre Ziele zu erreichen. Dies trifft auch auf die verschiedenen Gruppen der Klimagerechtigkeitsbewegung in Deutschland zu. In dieser Arbeit geht es darum, zu verstehen, welche Unterschiede im Hinblick auf die Organisationsformen bestehen und was deren Potentiale und Hemmnisse sind.
Ziel der Arbeit ist die Beantwortung der Frage, wie sich vier Gruppen der Klimagerechtigkeitsbewegung in Deutschland (Ende Gelände, Extinction Rebellion, Fridays for Future, Letzte Generation) organisieren und mit welchen Potentialen und Hemmnissen deren Organisationsformen einhergehen. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wird eine qualitative Studie mithilfe von leitfadengestützten Einzelinterviews mit vier Aktivist:innen aus den vier untersuchten Gruppen durchgeführt. Die Interviewdaten und weitere relevante Online-Quellen werden mithilfe des Verfahrens der Grounded Theory Methodologie ausgewertet, um theoretische Erkenntnisse zur Forschungsfrage zu generieren.
Die qualitative Auswertung zeigt, dass die vier untersuchten Gruppen unterschiedliche Organisationsformen aufweisen. Dabei bestehen die größten Unterschiede zwischen den Gruppen „Ende Gelände“ und „Letzte Generation“. Ausschlaggebend ist hierfür vor allem der unterschiedliche Grad der hierarchischen Strukturierung. Das aus den Daten abgeleitete Modell und die aufgestellten Hypothesen zeigen, dass vor allem der Grad der hierarchischen Strukturierung einer Gruppe eine entscheidende Rolle dabei spielt, welche Potentiale und Hemmnisse die Gruppe erfährt. Die unterschiedlichen, strukturellen Ausprägungen wirken sich jeweils ermöglichend oder hemmend auf die Prozesse innerhalb der Gruppen aus. Dabei geht es um Langsamkeit versus Schnelligkeit, Instrumentalität versus Präfiguration, Effektivität versus Partizipation/Legitimität, Einheit/Uniformität versus Diversität sowie Resilienz versus Vulnerabilität.
Ausgehend von den Ergebnissen scheint eine weiterführende quantitative Untersuchung der innerhalb dieser Arbeit aufgestellten Hypothesen, sowie das Einbeziehen weiterer gegebenenfalls noch formalerer Gruppen sinnvoll.
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