Mutter, Mutter, Kind
Auswirkungen des Abstammungsrechts auf queere Elternpaare
DOI:
https://doi.org/10.18716/ojs/twps/2026.12132Schlagwörter:
queere Elternschaft, Abstammungsrecht, Zwei-Mütter-Familien, lesbische Ehe, hegemoniale Heteronormativität, DiskriminierungAbstract
Nach dem deutschen Abstammungsrecht können ab Geburt eines Kindes nur zwei Personen die rechtliche Elternschaft übernehmen: Die gebärende Person und ein Vater. In Zwei-Mütter-Familien wird damit nur die gebärende Mutter auch rechtlich als Elternteil anerkannt. Das führt in diesen Familien zu einer schlechteren rechtlichen Grundabsicherung des Kindes und der Familie. Zu den konkreten Auswirkungen auf die Eltern und den Alltag der betroffenen Familien ist bisher jedoch wenig bekannt. Mit Hilfe problemzentrierter Interviews mit Frauen aus Zwei-Mütter-Familien werden in dieser Arbeit die Auswirkungen des rechtlichen Rahmens mithilfe der Grounded Theory untersucht. Die Mütter wollen durch verschiedene Maßnahmen die Mutterposition der nichtgebärenden Mutter absichern. Sie versuchen dabei, der Situation einer Mutter-Vater-Familie möglichst nah zu kommen: der zweifachen rechtlichen Elternschaft ab Geburt des Kindes. Dafür werden sowohl Maßnahmen mit konkreten rechtlichen Auswirkungen als auch sozialen Auswirkungen ergriffen. Welche Strategien zur Absicherung der Mutterposition gewählt werden, ist sehr unterschiedlich und hängt unter anderem stark vom jeweiligen Sicherheitsbedürfnis der Frauen ab. Die umfangreichste Maßnahme ist die Stiefkindadoption, durch die die nichtgebärende Mutter, wenn auch verzögert, die rechtliche Elternschaft erlangen kann. Die Mütter erleben im Alltag gleichzeitig immer wieder, dass ihre Familienform nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht. Sie müssen immer wieder die Legitimität ihrer Familie und den Anspruch der nichtgebärenden Mutter auf die rechtliche Elternschaft unter Beweis stellen.
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