Umwelt im Spannungsfeld rechter Politik
Eine qualitative Untersuchung umweltpolitischer Programmatik und Argumentationsmuster der Alternative für Deutschland
DOI:
https://doi.org/10.18716/ojs/twps/2026.12141Schlagwörter:
Umweltpolitik, Alternative für Deutschland, Rechtspopulismus, Polykrise, Klimawandelskeptizismus, Fossiler Faschismus, Qualitative InhaltsanalyseAbstract
Die parallele Zuspitzung ökologischer Krisen und der europaweit zu beobachtende Rechtsruck erfordern eine wissenschaftliche Auseinandersetzung des Verhältnisses rechter Politik und umweltpolitischer Fragestellungen. Die vorliegende Masterarbeit widmet sich daher der Analyse der Umweltpolitik der Alternative für Deutschland (AfD). Ziel ist es anhand folgender Forschungsfrage, die dominierenden umweltpolitischen Positionen der Partei herauszuarbeiten, ihre Argumentationsmuster zu identifizieren und diese anschließend im Kontext verschiedener theoretischer Deutungsangebote zu interpretieren:
(F1) Wie positioniert sich die Partei Alternative für Deutschland hinsichtlich der Umwelt und Umweltpolitik und welche Deutungsmuster lassen sich identifizieren?
Um diese Frage zu beantworten, werden mehrere Unterfragen untersucht:
(U1) Welche Themen dominieren die umweltpolitische Programmatik der AfD?
(U2) Welche Argumentationslinien bedient die AfD in der Umweltpolitik?
(U3) Wie lassen sich die Argumente der AfD den Deutungsmustern zuordnen?
Grundlage bilden die Konzepte der Polykrise, des Rechtspopulismus, des Klimawandelskeptizismus und des fossilen Faschismus.
Methodisch erfolgte dafür eine Untersuchung mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker. Das zugrundeliegende Material besteht aus dem Grundsatzprogramm der Partei sowie den Bundestagswahlprogrammen aus den Jahren 2021 und 2025. Dies wurde ergänzt durch Redebeiträge aus Bundestagsdebatten zum Gebäude-Energie-Gesetz.
Die Ergebnisse zeigen, dass die AfD umweltpolitisch primär Energie, Klima und Landwirtschaft thematisiert. Sie lehnt internationale Klimapolitik, die Energiewende und Dekarbonisierung ab und rahmt Umweltpolitik als Bedrohung für nationale sowie individuelle Freiheit und wirtschaftliche Stabilität. Die AfD verwendet elf Argumentationsstrategien, die Wirkung, Nutzen und Konsequenzen der umweltpolitischen Maßnahmen kritisieren oder zur Emotionalisierung und Diffamierung politischer Gegner*innen dienen. In der interpretativen Deutung zeigen sich in unterschiedlicher Ausprägung Elemente aller vier Konzepte. Die AfD verbindet umweltpolitische Themen mit weiteren Krisendiskursen, nutzt einen populistischen Antagonismus zwischen dem Volk und der Elite, äußert vielfältige Formen von Klimawandelskeptizismus und verteidigt fossile Strukturen als Teil der nationalen Identität.
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