Vertical Farming – Landwirtschaft für die sozial-ökologische Transformation?

Eine Analyse des Vertical Farmings unter Bezugnahme auf das Konzept der Ernährungssouveränität

Autor/innen

  • Nina Vogler Autor/in

DOI:

https://doi.org/10.18716/ojs/twps/2025.11940

Schlagwörter:

Vertical Farming, Ernährungssouveränität, sozial-ökologische Transformation, Agrarwende, Systematische Literaturrecherche, Fallstudie

Abstract

Angesichts sozialer und ökologischer Krisen des dominierenden Ernährungssystems wird die These aufgestellt, dass Alternativen zur vorherrschenden industriellen Landwirtschaft notwendig sind. Als ressourcenschonende Hightech-Alternative wird zunehmend Vertical Farming (VF) diskutiert. Die Arbeit untersucht, welchen Beitrag VF zu einer sozial-ökologisch gerechten und zukunftsfähigen Nahrungsmittelproduktion leisten kann.

Zur normativen Bewertung wird das Konzept der Ernährungssouveränität herangezogen, das für ein ökologisch nachhaltiges und sozial gerechtes Ernährungssystem steht. Methodisch kombiniert die Arbeit eine systematische Literaturrecherche (SLR) mit einer Fallstudie. Die SLR analysiert, welche sozialen und ökologischen Kosten und Nutzen von VF in der Forschung diskutiert werden. Darauf aufbauend werden zwei real existierende Vertical Farms – Bustanica (VAE) und Nordic Harvest (Dänemark) – analysiert, um kontextabhängige Vor- und Nachteile und praktische Umsetzungsspielräume zu untersuchen.

Die Ergebnisse zeigen: VF bietet ökologische und soziale Nutzen, weist jedoch auch erhebliche Kosten auf. Die Bewertung hängt wesentlich von drei Faktoren ab: der technischen Ausgestaltung, dem Standort und dortiger klimatischer Bedingungen sowie der Organisationsform. Insgesamt erfüllt VF derzeit nicht die zentralen Kriterien der Ernährungssouveränität. Unter bestimmten Bedingungen kann es jedoch eine sinnvolle Ergänzung zu herkömmlichen Anbaumethoden darstellen – etwa in verdichteten urbanen Räumen. Insgesamt besteht das transformative Potenzial von VF vor allem in Nischen, wobei es weder überschätzt noch ignoriert werden sollte.

Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur bislang wenig erforschten Verbindung von VF und Ernährungssouveränität und zeigt auf, unter welchen Voraussetzungen VF sozial-ökologisch gerecht ausgestaltet werden könnte.

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Veröffentlicht

2025-12-16