Linguistic gentrification
The Baptist Missionary Society and Bobangi (1882-1940)
DOI:
https://doi.org/10.18716/ojs/aaeo/2023_3493Abstract
Dies ist eine Studie darüber, wie die Missionare der Baptist Missionary Society (BMS) zwischen 1882 und etwa 1940 am linken Ufer des westlichen Kongo-Flusses die Bantu-Sprache Bobangi „beschäftigten“ und „sich mit ihr beschäftigen“. Es wird nachgezeichnet, auf welche Weise und aus welchen Gründen sie sich in ihrer Missions- und Schularbeit für und später gegen Bobangi entschieden haben. Die Veränderungen, die die Motive und sprachlichen Ideologien hinter diesen Entscheidungen durchliefen, sowie die Zweifel, Unstimmigkeiten und Konflikte in den eigenen Reihen der BMS, werden thematisiert. In diesem Zusammenhang gehe ich insbesondere auf die metasprachlichen Darstellungen des Bobangi durch die BMS in Publikationen ein, wie John Whiteheads Grammar and Dictionary of the Bobangi Language von 1899. Ich führe den Begriff der „linguistischen Gentrifizierung“ (Aufwertung) an, d.h. die missionarische Schaffung einer „verschönerten“ und „verbesserten“ Version der Sprache, die den Muttersprachler.innen in die missionarische Schulen als die neue, einzig richtige Art zu sprechen aufgezwungen wurde und die sie von ihrer eigenen Sprache ausschloss, in ähnlicher Weise, wie die Gentrifizierung bei Urbanisierungsprojekten funktioniert.
