Conditional-relatives in Senufo (Gur) and Manding (Mande)
The encoding of generalizing relative clauses in West African languages
DOI:
https://doi.org/10.18716/ojs/aaeo/2019_3465Abstract
Verschiedene westafrikanische Sprachen der Gur- und Mande-Sprachfamilien verfügen über eine Art von Relativsätzen, die zusätzlich als Konditionalsätze gekennzeichnet sind. Sie fungieren als verallgemeinernde Relativsätze und kommen häufig in Sprichwörtern vor. Der Beitrag schlägt eine Analyse dieser Konstruktionen in den Senufo-Sprachen Syer (Burkina Faso) und Supyire (Mali) sowie in der Manding-Variante Bambara (Mali) vor. Für jede Sprache werden zunächst die formalen Aspekte der typischsten Relativsätze, die einen bestimmten Referenten modifizieren, und anschließend diejenigen der hypothetischen und der Verlaufsbedingungen diskutiert. Damit soll die kumulative Markierung sowohl des Relativsatzes als auch des Konditionalsatzes im dritten Typ, den Konditional-Relativsätzen, aufgezeigt werden. Im letzten Abschnitt werde ich die verallgemeinernde Funktion der Konditional-Relativsätze erläutern und argumentieren, dass die Kumulation formaler Mittel die Kumulation von Funktionen widerspiegelt. Die Kodierung eines Ereignisses in einem Konditionalsatz kennzeichnet es somit als hypothetisch und entfernt ihm jede Eigenschaft, die für einen konkreten Fall des Ereignistyps charakteristisch ist. Diese Abstraktion von einem konkreten Fall ist am deutlichsten in Verlaufskonditionalsätzen, die eine faktische „wann immer”-Beziehung zwischen dem Ereignis im Konditionalsatz und dem im Hauptsatz zeigen. Ein Relativsatz hat die Funktion, den Referenten einer Entität zu modifizieren und klaußweise einzuschränken. Die verallgemeinernde Funktion eines bedingten Relativsatzes ergibt sich aus der Tatsache, dass das einschränkende Ereignis hypothetisch ist und somit von einem realen Ereignis abstrahiert wurde.
