"Die KI hat halt ein Gehirn, wo ein Computer drin ist (...) und der Mensch eben nicht". Perspektiven von Grundschulkindern zu einer Lautlese-App mit KI-gestützter Spracherkennung

Autor/innen

  • Leandra Berger
  • Uta Hauck-Thum

DOI:

https://doi.org/10.18716/ojs/midu/2026.1.15

Schlagwörter:

Lesekompetenz, Leseförderung, KI-gestützte Spracherkennung, KI-gestützte Leseförderung, Leseflüssigkeit, Kooperatives Lautlesetandem

Abstract

Lautlesetandems gelten als etablierte Methode zur Förderung der Leseflüssigkeit. Gleichwohl zeigen sich in der unterrichtlichen Praxis wiederkehrende Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf soziale Dynamiken, asymmetrische Rollenverteilungen und Rückmeldestrukturen. Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen im Bereich generativer KI eröffnen sich neue didaktische Gestaltungsspielräume. KI-gestützte Tutorsysteme ermöglichen individualisiertes Feedback und selbstgesteuerte Übungssettings, die das Interaktionsgeschehen in kooperativen Lautlesetandems ergänzen können. Im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts BesserLesen wurde ein digitaler Demonstrator mit automatischer Spracherkennung entwickelt. Der vorliegende Beitrag stellt erste qualitative Ergebnisse zu kindlichen Perspektiven auf das Lesen mit KI-gestützten Tutorensystemen vor, die aus situationsnahen Interviews mit Drittklässler:innen hervorgehen und darauf hinweisen, dass Kinder den Demonstrator insbesondere dann als entlastend erleben, wenn Kooperation im Lautlesetandem durch asymmetrische Rollen, emotionale Überforderung oder defizitorientierte Rückmeldungen herausgefordert ist.

 

Abstract (english): „AI HAS A BRAIN WITH A COMPUTER IN IT (…) AND HUMANS DON’T”. ELEMENTARY SCHOOL CHILDREN’S PERSPECTIVES ON A READ-ALOUD APP WITH AI-BASED SPEECH RECOGNITION

Paired reading is widely recognized as an effective approach for promoting reading fluency. Nevertheless, recurring challenges emerge in classroom practice, particularly with regard to social dynamics, asymmetric role distributions, and feedback structures. Recent developments in the field of generative AI offer new possibilities for providing individualized feedback and self-directed practice settings that can complement existing interactional processes. In the BMBF-funded project BesserLesen, an AI-based demonstrator with automatic speech recognition was developed. This article presents initial qualitative findings from situational interviews with third-grade students. The analyses indicate that children experience the demonstrator as particularly relieving in moments when cooperation within the paired-reading arrangement is strained by asymmetric roles, emotional overload, or deficit-oriented feedback.

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Veröffentlicht

27.07.2026

Zitationsvorschlag

Berger, L., & Hauck-Thum, U. (2026). "Die KI hat halt ein Gehirn, wo ein Computer drin ist (...) und der Mensch eben nicht". Perspektiven von Grundschulkindern zu einer Lautlese-App mit KI-gestützter Spracherkennung. MiDU – Medien Im Deutschunterricht, 8(1), 1-17. https://doi.org/10.18716/ojs/midu/2026.1.15