Die Studie untersucht, wie epistemische Überzeugungen von Lehrkräften der Sekundarstufe I zum Lesen und Schreiben sowie ihre Vorstellungen von Lernenden die Wahrnehmung des materialgestützten Schreibens als Prüfungsformat prägen. Grundlage sind problemzentrierte Interviews mit sechs Lehrkräften, die im Schuljahr 2014/15 in einer frühen Implementationsphase des Aufgabenformats geführt und mithilfe der dokumentarischen Methode ausgewertet wurden. Die Rekonstruktionen zeigen unterschiedliche Akzentuierungen zwischen transmissional und transaktional geprägten Überzeugungen. Zudem wird deutlich, dass die Wahrnehmung des Prüfungsformats im Kontext institutioneller Rahmenbedingungen wie Materialfülle, Zeitdruck und Bewertungslogik erfolgt. Die Ergebnisse sind explorativ und dienen der hypothesenbildenden Einordnung fachbezogener Überzeugungen zum materialgestützten Schreiben.