Der Beitrag untersucht aus der Perspektive einer Schwarzen Lehrperson, wie Schwarze Epistemologien in der Lehrer*innenbildung nicht nur thematisch, sondern als erkenntnistheoretische Grundlage wirksam werden können. Auf Basis autoethnografischer Vignetten aus zwei Seminaren (Sommersemester 2025) werden Spannungen in weißen Hochschulräumen analysiert: die Infragestellung von Autorität, die Forderung nach „Best Practice“ als Entpolitisierung struktureller Kritik sowie Aushandlungen von Sprechfähigkeit und Grenzen. Theoretisch gerahmt durch post- und dekoloniale Ansätze sowie Black (German) Studies und Critical Race Theory wird gezeigt, wie epistemische Gewalt und Epistemizid curricular, didaktisch und institutionell fortwirken. Der Beitrag plädiert für eine epistemisch plurale, macht- und affektbewusste Lehrer*innenbildung, die Positioniertheit explizit macht, Rassismus als strukturelles Verhältnis adressiert und Schwarze sowie andere rassifizierte Perspektiven strukturell verankert. Daraus werden fünf Transformationsimpulse abgeleitet: (1) Abkehr von Neutralitätsfiktionen, (2) strukturelle statt individualisierende Problemdefinition, (3) curriculare Pluralisierung, (4) Lehren als machtkritische Praxis und (5) institutionelle Absicherung rassifizierter Wissensproduktion. Die Vignetten zeigen, wie theory in the flesh pädagogische Räume irritiert und zugleich neue Handlungsmöglichkeiten für eine dekoloniale Professionalisierung eröffnet.