Beteiligung, Medienmacht und urbane Transformation in der Kolumbusstraße
(07/2026)
DOI:
https://doi.org/10.18716/ojs/wpkts/2026.12735Schlagwörter:
Kontroversenkartierung, Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT), urbane Transformation, Partizipation, DiskursmachtAbstract
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche Kontroverse rund um das städtische Reallabor MCube aqt in der Münchner Kolumbusstraße. Ziel des Projekts war es, durch die temporäre Umgestaltung eines Straßenabschnitts neue Formen urbaner Mobilität und Aufenthaltsqualität zu erproben. Die Analyse basiert auf der Methode der Kontroversenkartierung und wird theoretisch durch die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) gerahmt. Anhand qualitativer Daten – darunter Medienberichte, ein Experteninterview und die Auswertung mit MAXQDA – wurde rekonstruiert, wie menschliche und nicht-menschliche Akteure (Aktanten) die öffentliche Debatte prägen. Im Zentrum der Kontroverse standen der Wegfall von Parkplätzen, Lärmbelastung, mangelnde Bürgerbeteiligung sowie mediale Zuspitzung. Die Analyse zeigt, dass insbesondere Medienberichterstattung, Diskursmacht einzelner Akteure und ein Be-teiligungsparadoxon zur Polarisierung beitrugen. Die Visualisierung von Akteursnetzwerken und Argumentationsstrukturen verdeutlicht die Komplexität städtischer Transformationsprozesse und die Schwierigkeit, alle Perspektiven gleichwertig zu berücksichtigen. Die Arbeit leistet einen Beitrag zum besseren Verständnis lokaler Aushandlungsprozesse in der Stadtentwicklung und zeigt, wie experimentelle Projekte sowohl Chancen für soziale Innovationen als auch neue Konfliktlinien eröffnen.
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