Zwischen Schuldzuweisung und Ausbeutung: Die Konstruktion der Unterschicht im medialen und wissenschaftlichen Nachhaltigkeitsdiskurs.
(05/2026)
DOI:
https://doi.org/10.18716/ojs/wpkts/2026.12656Schlagwörter:
Nachhaltigkeit, Soziale Ungleichheit, Repräsentation, Sichtbarkeit, Kritische Diskursanalyse (KDA), SozioökonomieAbstract
Nachhaltigkeit ist in gesellschaftlichen Debatten allgegenwärtig und gilt oft als geteilter Wert und handlungsleitender Grundsatz, wobei nachhaltiges Handeln primär individueller Verantwortung und Verhaltensanpassung zugeschrieben wird, während strukturelle Rahmenbedingungen zurücktreten. Dies kann verdecken, dass einkommensschwache Haushalte häufig aus ökonomischer Notwendigkeit nachhaltig handeln und ihre Handlungsvoraussetzungen ungleich sind. Die Arbeit untersucht die wenig erforschte Darstellung einkommensschwacher Haushalte im medialen und wissenschaftlichen Nachhaltigkeitsdiskurs mittels Kritischer Diskursanalyse (KDA) nach Siegfried Jäger. Im wissenschaftlichen Diskurs variieren sie zwischen abwesenden Betroffenen, belehrten Adressaten und moralisch adressierten Verbrauchern. In den Medienartikeln bleiben sie weitgehend unsichtbar, nachhaltiges Verhalten wird vor allem als individuelle Konsumentscheidung dargestellt. Die Ergebnisse zeigen: Strukturelle Rahmenbedingungen und Betroffenenperspektiven müssen stärker berücksichtigt werden.
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Copyright (c) 2026 Süeda Deniz Kurnaz-Kirchgäßner (Autor/in)

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